Rudolfo Acquaviva und Gefährten
Petrus Berno
Francisco Aranha
Alfonso Pacheco
Antonio Francisco

(4. Februar)

Rudolfo Acquaviva wurde am 2. Oktober 1550 als Sohn des Herzogs von Atri (und Neffe des späteren fünften Generaloberen der Gesellschaft Jesu, Claudius Acquaviva) in den italienischen Abruzzen geboren. Am 2. April 1568 trat er in den Jesuitenorden ein und wurde nach dem Noviziat sowie nach Absolvierung seiner Philosophie- und Theologiestudien in Rom für die Mission in Indien bestimmt. Die Reise ging zunächst nach Lissabon; dort wurde er 1578 zum Priester geweiht. Noch im selben Jahr traf er in Goa ein, wo er am Jesuitenkolleg St. Paul Philosophie unterrichtete. Im Februar 1580 reiste er mit anderen Jesuiten an den Hof des Großmoguls Akbar in Fatehpur Sikri bei Agra.

Großmogul Jalaluddin Muhammad Akbar (1556-1605) war ein an religiösen Fragen interessierter Herrscher, der Vertreter verschiedener Religionen zu Glaubensgesprächen an seinen Hof einlud - darunter die Jesuiten für das Christentum. Die Hoffnung der Jesuiten auf eine Bekehrung des Großmoguls erfüllte sich aber nicht. Acquaviva kehrte deshalb 1583 nach Goa zurück.

Er wurde Superior der zwölfköpfigen Missionsstation auf Salsette (dies war damals eine Insel, die heute einen Teil Bombays/Mumbais bildet). Von den Portugiesen 1534 erobert, waren andere Missionare vor den Jesuiten auf Salsette tätig gewesen. Aufgrund der Zerstörung hinduistischer Heiligtümer waren aber viele Einwohner dem christlichen Glauben gegenüber feindlich eingestellt.

Acquaviva begab sich gemeinsam mit vier anderen Jesuiten, einem portugiesischen und 14 indischen Christen in das südlichste Dorf Cuncolim (dem Zentrum der Opposition gegen das Christentum), um dort eine Kirche zu bauen.

Diese anderen Jesuiten waren: Petrus Berno, geboren 1552 in Ascona am Lago Maggiore in der Schweiz als Sohn eines Obsthändlers. 1577 trat er in die Gesellschaft Jesu ein, wurde sofort für die Mission in Indien bestimmt und 1580 in Goa zum Priester geweiht. Er war bereits in Salsette, als Acquaviva dort als Superior eintraf. Francisco Aranha (geboren wahrscheinlich 1551 in Braga, Portugal) langte 1568 in Goa ein und trat 1571 als Bruder dem Jesuitenorden bei. Ab 1577 befand er sich in Salsette und war dort hauptsächlich mit dem Bau von Kirchen und Kapellen beschäftigt. Alfonso Pacheco (geboren um 1549 in Minaya, Spanien) wurde im Jesuitenkolleg von Belmonte erzogen, trat 1567 in die Gesellschaft Jesu ein und absolvierte seine Studien in Alcalà. Eigentlich wollte er Missionar in Japan werden, wurde aber 1574 anstelle eines erkrankten Jesuiten nach Goa geschickt. Dort wurde er zum Priester geweiht, wirkte danach drei Jahre als Subregens im Kolleg St. Paul und anschließend als Sozius des Provinzials. 1579 kehrte er für zwei Jahre nach Europa zurück und kehrte 1581 zusammen mit einer Gruppe neuer Missionare nach Goa zurück. Einer von diesen war Antonio Francisco, geboren etwa 1550 in Coimbra/ Portugal, der 1571 in den Jesuitenorden eingetreten war. Er studierte Theologie am Kolleg St. Paul, wurde 1582 zum Priester geweiht und anschließend nach Salsette gesandt.

In Cuncolim angelangt, wählten sie für den Kirchenbau eine Stelle aus, an der ein Hindu-Heiligtum von den Portugiesen zerstört worden war. Die aufgebrachte Bevölkerung überfiel die Missionare, tötete zuerst Acquaviva, dann die andern vier Jesuiten und warf ihre Leichen in einen Bach (dessen Wasser heute heilende Kräfte zugesprochen werden).

P. Rudolfo Acquaviva SJ und seine Gefährten wurden 1893 von Papst Leo XIII. seliggesprochen. Ihr Andenken wird am 4. Februar gefeiert.

 

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