Ignatius de Azevedo und Gefährten

(19. Jänner)

Ignatius (Inácio) de Azevedo, 1527 in Porto (Portugal) geboren, trat 1548 in die Gesellschaft Jesu ein. Nach Abschluss seiner Studien und der Weihe zum Priester gründete er das St. Antonius-Kolleg in Lissabon und as St. Pauls-Kolleg in Braga und war auch Vizeprovinzial von Portugal.
1566 sandte ihn der Generalobere Franz Borja als Visitator nach Brasilien, wo er im Jahr darauf ein Kolleg in Rio de Janeiro gründete. Darüber hinaus durchreiste Azevedo zwei Jahre lang das Land und besuchte Jesuitenschulen und -missionen, um sich ein Bild von ihrer Tätigkeit zu machen. 1569 kehrte er nach Europa zurück, um Bericht zu erstatten.
Der Generalobere ernannte ihn daraufhin zum Provinzial von Brasilien und beauftragte ihn, Missionare für die Arbeit in dieser portugiesischen Kolonie zu suchen. Azevedo gewann in Spanien und Portugal etwa siebzig Jesuiten, von denen einige bereits Priester, die meisten aber Scholastiker (Ordensstudenten) und Novizen waren.
Zur Vorbereitung hielt sich diese Gruppe fünf Monate lang in der Nähe von Lissabon auf, bis am 5. Juni 1570 mehrere Schiffe mit den Missionaren an Bord nach Madeira in See stachen. Eine Woche später erreichten sie diese Insel - Gerüchte, dass hugenottische Piraten aus Frankreich die Meere in der Nähe unsicher machten, führten dazu, dass die Flotte im Hafen blieb. Schließlich beschloss der Kapitän der "Santiago", des Schiffes, auf dem sich Ignatius de Azevedo mit den meisten der Gefährten befand, die Weiterfahrt nach den Kanarischen Inseln zu wagen. Vier der Jesuiten gingen von Bord, da sie das Risiko, von den Franzosen gefangen und getötet zu werden, für zu groß hielten.
Auf der Fahrt zum Hafen von Santa Cruz de la Palma wurde die Santiago jedoch am 15. Juli von den französischen Piraten geentert. Azevedo und drei weitere Jesuiten wurden von den Franzosen durch Schwert und Lanze getötet, 36 wurden lebendig über Bord geworfen. Insgesamt starben 40 Mitglieder der Gesellschaft Jesu, ein einziger (João Sanches) überlebte das Massaker, weil die Franzosen ihn als Koch benötigten. Nach der Rückkehr in den Heimathafen der Piraten, La Rochelle, konnte Sánches flüchten. Nach Portugal gelangt, berichtete er vom Märtyrertod Azevedos und seiner Gefährten Diego de Andrade, Francisco Álvares, Gaspar Álvares, Manuel Álvares, Alfonso de Baena, Álvaro Borralho Mendes, Marcos Caldeira, Bento de Castro, António Correia, Luís Correia, Simão da Costa, Aleico Delgado, Nicolau Dinis, Gregorio Escribano, António Fernandes, Domingos Fernandes, João Fernandes (I), João Fernandes (II), Manuel Fernandes, Pero Fontoura, André Gonçalves, Gonçalo Henrique, Simão Lopes, Francisco de Magalhaes, Juan de Mayorga, Diogo Mimoso Pires, Pero Nunes, Manuel Pacheco, Francisco Pérez Godoy, Brás Ribeiro, Luís Rodrigues, Manuel Rodrigues, Hernán Sánchez, Juan de San Martín, António Soares, Amaro Vaz, Juan de Zafra, Esteban Zudaire, sowie João (ein Kandidat für den Orden, der Neffe des Schiffskapitäns).
Die Verehrung der "40 Märtyrer von Brasilien" setzte bereits unmittelbar nach ihrem Tod ein, Papst Pius IX. sprach Azevedo und seine Gefährten im Jahr 1854 selig. Ihr Gedenktag ist in vielen Ländern der 15. Juli, in der Gesellschaft Jesu der 19. Jänner.

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