Francisco Pacheco und Gefährten

(4. Februar)

Francsico Pacheco wurde 1566 in Ponte di Lima bei Braga, Portugal geboren. Bereits als junger Mann hörte er von den Leistungen der Missionare in Japan und wollte ihnen nacheifern. Während seiner Studien am Jesuitenkolleg von Lissabon sah er immer wieder, wie die Missionare in die Missionsgebiete aufbrachen, und das bestärkte ihn in seinem Vorhaben. Im Dezember 1585 trat er in die Gesellschaft Jesu ein, 1592 wurde er zunächst nach Goa, Indien, gesandt, wo er seine Studien fortsetzte, und dann weiter nach Macao, wo er sie abschloss und zum Priester geweiht wurde. Bis 1604 blieb er dort und unterrichtete Theologie, dann endlich konnte er nach Japan reisen.
Während der ersten vier Jahre seines Aufenthalts wirkte er in Osaka und der damaligen Hauptstadt Miyako (heute Kyoto). 1608 wurde er zum Oberen des Jesuitenkollegs in Macao bestellt, doch kehrte er bereits 1612 wieder nach Japan zurück und wurde Generalvikar des Bischofs Luis de Cerqueira. Bis zur Ausweisung aller ausländischen Missionare durch ein Dekret des Shoguns 1614 wirkte er in Nagasaki, danach ging er ins Exil nach Macao. (Inhalt des Dekrets war nicht nur die Ausweisung, sondern auch ein Verbot des Christentums in ganz Japan.) Doch schon im Juni 1615 kehrte er, als Kaufmann verkleidet, nach Japan zurück und nahm seine Missionstätigkeit in Takaku und auf den Inseln Amakusa und Kani wieder auf. Während der nächsten Jahre sah Pacheco einerseits viele neue Christen ihrem Glauben aus Angst vor Tod und Folter wieder abschwören, andererseits war er Zeuge des Märtyrertodes zahlreicher getaufter Japaner und Jesuitenmissionare. Er wusste, dass sein eigener Märtyrertod immer näher rückte, je länger er in Japan blieb.
Seit dem Tod des Bischofs 1614 war Pacheco apostolischer Administrator der Diözese, und 1621 wurde er Provinzial der Jesuiten. 1625 verstärkte Shogun Iemitsu die Suche nach Jesuitenmissionaren und setzte noch mehr Spione ein. Schließlich war es einer der früheren Quartiergeber von Pacheco, der ihn den Behörden verriet. Am 18. Dezember 1625 wurde sein Haus umstellt und er sowie die beiden Katecheten, Paul Xinsuke (geboren um 1581 in Urada) und Peter Rinscei (auch Rinshei, Rinxei, Kinsei, um 1588 in Hachirao geboren), gefangengenommen. Im Nachbarhaus fanden die Soldaten den Jesuitenbruder Gaspar Sadamatsu (geboren 1565 in Hasami, seit 1582 Jesuitenbruder; Assistent des Provinzials, da er Japanisch schreiben konnte) und einen weiteren Katecheten, Johannes Kisaku (ca. 1605 in Kuchinotsu geboren). Sie alle wurden zusammen mit den Familien, bei denen sie gewohnt hatten, in das Gefängnis von Shimabara gebracht, wo einige Tage später zwei weitere Gefangene, nämlich P. Giambattista Zola (1575 in Brescia, Italien geboren, 1593 in die Gesellschaft Jesu eingetreten, Missionar in Indien von 1602-1606, dann in Japan tätig, gründete eine Missionsstation in Takaku, von der aus er die Inseln bereiste) und der Katechet Vicente Caun (wahrscheinlich 1579 in Korea geboren, während des Koreakriegs als Gefangener nach Japan gebracht und von Jesuiten erzogen), ihre Gefangenschaft teilten. Pacheco nahm die vier Katecheten in die Gesellschaft Jesu auf, und den ganzen Winter über lebten sie wie eine religiöse Gemeinschaft, mit einem fixen Stundenplan, der auch Gebets- und Fastenzeiten vorsah, um sich auf den nahen Tod vorzubereiten. Am 17. Juni 1626 kam der Befehl des Shoguns, dass alle Gefangenen nach Nagasaki gebracht und hingerichtet werden sollten. Dazu gehörten auch zwei in Omura eingekerkerte Häftlinge, P. Balthasar de Torres (in Granada Spanien, 1563 geboren, 1579 in den Jesuitenorden eingetreten, schloss seine Studien in Macao ab und unterrichtete danach im dortigen Seminar Theologie; kam 1600 nach Japan und wirkte bis zu seiner Gefangennahme als Missionar) und der Katechet Miguel Tozó (ca. 1588 in Chijiwa geboren), der ebenfalls in die Gesellschaft Jesu aufgenommen worden war. Am 20. Juni fand die Hinrichtung auf dem sogenannten Märtyrerhügel außerhalb von Nagasaki statt. Die neun Jesuiten wurden zusammengebunden und gemeinsam verbrannt. Die Hoffnung des Gouverneurs, dass andere gefangen genommene Christen angesichts dieses Märtyrertodes ihrem Glauben abschwören würden, erfüllte sich nicht, und so wurden sie am 12. Juli hingerichtet.
P. Francisco Pacheco SJ und seine acht Jesuitengefährten sowie die anderen neun hingerichteten Christen wurden gemeinsam von Papst Pius IX. 1867 seliggesprochen. Ihr Andenken wird am 4. Februar gefeiert.

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