Stanislauskapelle

Die Stanislauskapelle in der Kurrentgasse ist das ehemalige Wohnzimmer des heiligen Stanislaus Kostka, das bereits 1583 als Kapelle eingerichtet worden ist. Nach der Heiligsprechung 1726 ließ Maria Barbara Koller von Mohrenfeld sie mit reichen Stuckornamenten und Blumenbildern ausstatten (1740-42). Als Künstler dürfte dafür der Maler Joachim von Sandrart beauftragt worden sein. Das Altarbild stammt aus dem Jahr 1840 und wurde vom Jesuitenbruder Franz Stecher gemalt.

Der hl. Stanislaus stammt aus einem polnischen Adelsgeschlecht, wurde 1550 geboren und besuchte ab 1564 in Wien (Am Hof) die Schule der Jesuiten. Stanislaus wohnte ab 1566 mit seinem Bruder Paul im Haus eines Protestanten, nachdem das Konvikt der Jesuiten von Kaiser Maximilian II. geschlossen worden war. Einige Monate später erkrankte er schwer und bat um die heilige Kommunion – als seine Mitbewohner ihm diese verweigerten, erhielt er sie auf wunderbare Weise von der heiligen Barbara. In diese Zeit fällt auch seine Vision, in der ihm die Muttergottes das Jesuskind in den Arm legte und ihm mitteilte, es sei Jesu Wunsch, dass er in den Jesuitenorden eintrete. Zum Beweis für die Wirklichkeit der Erscheinung heilte sie Stanislaus auf der Stelle.
Da sein politisch einflussreicher Vater strikt gegen einen Eintritt seines Sohnes in die Gesellschaft Jesu war, wagten die Jesuiten in Wien nicht, Stanislaus aufzunehmen. Deshalb floh Stanislaus 1567 aus Wien: Als Bettler verkleidet, machte er sich zu Fuß auf nach Augsburg und dann weiter nach Dillingen, wo er den Provinzial der deutschen Provinz, den hl. Petrus Canisius traf. Dieser sandte ihn weiter nach Rom zum Generaloberen Franz Borgia, der Stanislaus in den Orden aufnahm. Bereits am 15. August 1568 stirbt er nach einem Blutsturz, im zehnten Monat seines Novizats.

Stanislaus wurde 1670 selig- und 1726 heiliggesprochen. Er ist Patron Polens, der studierenden Jugend und der Sterbenden sowie der Jesuitennovizen.

In der Festwoche des hl. Stanislaus (13. - 20. November) ist die Kapelle vormittags bis 12 Uhr, nachmittags zwischen 15 und 18 Uhr geöffnet – hl. Messe in dieser Zeit: wochentags um 7.30 Uhr, sonntags um 10.00 Uhr.
Außerhalb dieser Festwoche ist die Kapelle nach Vereinbarung mit dem Hausbesitzer, dem Berufsverband christlicher Arbeitnehmer im hauswirtschaftlichen Dienst, zugänglich – Sekretariat: +43/1/533 82 51 oder 817 89 46. Rektor der Kapelle ist P. Michael Zacherl SJ.

Wegbeschreibung:
* Bus-Linie 1A Station Bognergasse, bzw. Station Hoher Markt
* U1 und U3 Stephansplatz oder U3 Herrengasse
Die Kurrentgasse verläuft von der Ecke Seitzergasse/Steindlgasse zum Judenplatz.